Sabine Elender
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Gelb

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Apfel Wellensittich Sonnenuntergang 1 Sonnenuntergang 2 Zeichnung: Geborgen im Strudel alles Lebendigen Rapsfeld Sumpfdotterblume

GELB ist die zwiespältigste Farbe:
Erfahrungsmäß positiv (Licht und Leben) erfahren, historisch negativ (Der Neid und die Geächteten) besetzt.


Stichwortsammlung:
  1. Gelb ist die Farbe der Sonne - allen Sonnengöttern (Helios, Apoll, Sol) war die Farbe Gelb geweiht.
  2. Das Licht, der Optimismus, die Lebensfreude, der Reichtum, all das wird durch die Farbe Gelb (die oft dem Gold gleichgestellt ist) symbolisiert.
  3. Gelb ist die Farbe der Erleuchtung. Für Asiaten ist Gelb die schönste Farbe, in China war Gelb die Hoheitsfarbe des Kaisers.
  4. Früchte, Blätter, Jahreszeiten werden Gelb / Gold als Zeichen der Reife.
  5. Gelb als Warnfarbe findet sich bei giftigen, explosiven, radioaktiven Stoffen und als Begrenzungsmarkierungen, die unbedingt beachtet werden müssen.
  6. Die gelbe Karte ist im Fußball eine Verwarnung,

  7. wird auf einem Schiff die gelbe Flagge gehisst, bedeutet das den Ausbruch einer Seuche.
  8. Gelb (engl. "yellow") ist verwandt mit "kreischen" "gellen" (engl. "to yell"). Daher die Bezeichnung "Yellow press" für Skandalblätter.
  9. Gelb ist aber auch die Farbe des Neides, der Missgunst, des Ärgers, der Verlogenheit und des Geizes.
  10. Gelb ist die Farbe der Geächteten, der Ausgegrenzten.
    Im Mittelalter mussten Prostituierte und Frauen mit unehelichen Kindern gelbe Markierungen tragen. Geächtete waren auch Menschen mit Schulden oder ketzerischen Parolen.
    Seit dem 12. Jh. gehörten die Juden dazu, sie mussten voluminöse gelbe Hüte tragen.
  11. Gelb ist in der jüdischen und der christlichen Kirche als liturgische Farbe verboten.
  12. Gelb ist nie als Kleiderfarbe Mode geworden, denn die Safranfärbung war zu teuer, alle anderen gelben Farben blichen aus, und Vergilben bedeutet altern und alt aussehen.

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Orange

SeitenanfangOrange


Orange Blüte vor oranger Wand Feuerdorn Blatt des Cercidiphyllum mit Tautropfen Wand mit Loch Kleiner Fuchs Sonnenuntergang im Dunst der Großstadt Buchenblatt im Gegenlicht Lampionblume

Die Farbe ORANGE
ist tatsächlich nach der Orange benannt, in allen Sprachen identisch mit dem Namen der Frucht.

Sie stammt aus Indien, heisst dort "Nareng". Von dort gelangte sie nach Arabien ("Narang"), von dort nach Europa. In Spanien heisst sie "Naranja", in Frankreich "Noranja".

Stichwortsammlung:
  1. ORANGE ist mit Abstand die unbeliebteste Farbe, sie wird mit allem Billigen, Aufdringlichen, Künstlichen assoziiert. Plastidartikel waren häufig ORANGEfarbig.
  2. ORANGE ist demgegenüber die Farbe der Lebensfreude, weil eine Kombination aus Licht und Wärme.
  3. ORANGE wird als Sicherheitsfarbe eingesetzt: im Straßenbau, bei der Müllabfuhr, zur Kennzeichnung von gefährlichen Gegenständen.
  4. In der chinesischen Philosophie ist ORANGE die Farbe des Wandels.
  5. ORANGE ist die Symbolfarbe des Buddhismus, die Gewänder der Mönche sind ORANGEfarbig.

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Rot

SeitenanfangRot


Erdbeermatsch verblühende Tulpe geeistes Blatt der Fothergilla Marienkäfer Rote Tür Rausch in Rot Nagellack Seerose

Rot ist die älteste Farbbezeichnung in den Sprachen der Welt und in manchen identisch mit dem Wort "farbig" (spanisch: "colorado").
Sie ist die ambivalenteste Farbe überhaupt: Rot ist das Blut und Rot ist das Feuer, beide haben sowohl lebenspendende wie auch -vernichtende Eigenschaften.

Stichwortsammlung:

  1. Rot ist die Symbolfarbe des animalischen Lebens.
  2. Der guten und der schlechten Leidenschaften: Erröten aus Scham, vor Verlegenheit, vor Wut, vor Aufregung.
  3. ROT ist DIE Farbe der Liebe
  4. die Farbe des Schutzes vor der bösen Magie
  5. die Farbe in der frühen Volksmagie des heilenden Analogiezaubers ("Similia similibus) bei "roten" Krankheiten.
  6. ROT ist die Farbe der Kraft, des Krieges und Mars, dem Kriegsgott geweiht. Krieger bemalten sich früher mit roter Farbe oder trugen rote Uniformen (bis Ende des 19. Jahrhunderts)..
  7. ROT ist auch die Farbe der Justiz - mit roter Tinte unterschrieben Richter im Mittelalter Todesurteile, Henker trugen ROT. Heute tragen die Richter des Bundesverwaltungsgerichts einen Talar aus roter Wolle, die Richter des Bundesverfassungsgerichts einen aus roter Seide.
  8. Wo ROT Vernichtung und Tod bedeutet (z.B. durch Gluthitze), hat es eine negative Bedeutung: Im alten Ägypten war ROT Symbol für "böse" und "zerstörerisch". Wo sich der Mensch nach Wärme sehnt, hat ROT positive Bedeutung: In Russland ist ROT gleichbedeutend mit "wertvoll" und "schön".
  9. ROT ist eine männliche Farbe - das Feuer, die Sonne sind männlich. Das Weibliche, der Mond, das Wasser sind blau. Erst nach 1920 kamen die Farben rosa für das weibliche (Baby) und hellblau für das männliche (Baby) auf.
  10. ROT ist die langwelligste Farbe unseres Spektrums, aus der Ferne am besten sichtbar, auch die häufigste Farbe in Flaggen. ROT ist eine politische Farbe.
  11. ROT bedeutet Verbot (Verkehrsampel, Notbremsen, Halteverbot, Rauchverbot), Gefahr (Alarmknöpfe)
  12. ROT ist die Hölle, das Teuflische (Verbrennung der Hexen mit roten Haaren), das Unmoralische (Rotlichtviertel)
  13. Mit ROT wird korrigiert - Schulhefte, Preise ("dem Rotstift zum Opfer fallen").
  14. "Redī keinen Zinnober": ist als Redewendung geblieben aus dem vergeblichen alchemistischen Versuch, aus Quecksilber und Schwefel Gold zu machen. Was entstand, war die billige Malerfarbe Zinnober.


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Violett

SeitenanfangViolett


Callicarpa-Frucht Lila Tonne Geranium endressii Frühnebel Glockenblume Lila mit Löwenzahn Tautropfen an der Scheibe Seidenmalerei in Lila

Violett
entsteht aus der Mischung von Rot und Blau
Lila
ist mit Weiss abgeschwächtes Violett
Purpur
- der "echte" aus der Antike wurde aus Schnecken gemacht und war die kostbarste Farbe zu damaliger Zeit, nur für die kostbarsten Stoffe verwendet. Das Farbspektrum reicht vom tiefen Blauviolett bis zum blassen Lila.

Stichwortsammlung:
  1. PURPUR entsteht durch die Einwirkung von Licht, wird dadurch absolut lichtecht. So gelangte er zu seinem Ruf als Symbolfarbe der Ewigkeit.
  2. PURPUR hat sich bis heute den Ruf als extravaganteste Farbe erhalten.
  3. PURPUR ist die Farbe der Macht, der Herrschaft in der antiken Welt.
  4. VIOLETT und LILA sind in der Natur so selten, dass die wenigen Blühenden auch genauso heissen: "Violett" (englisch) und "Violette" (französisch) sind Veilchen.
  5. In VIOLETT findet sich eine seltsame sprachliche Nähe zur Gewalt: "Viola", lat. "Veilchen" - "Violentia", lat. "Gewalt" - "Violare". "Violence", engl. "Gewalt" - "Violation", franz. "Gewalt".
  6. Die katholische Kirche kleidet ihre Bediensteten traditionell in VIOLETT ("Bischofslila", "Kardinalspurpur"). In der evangelischen Kirche ist VIOLETT allgemeine Kirchenfarbe (weisse Fahnen mit violettem Kreuz an ev. Kirchentagen, die violetten Kirchen auf Hinweisschildern für Gottesdienste). VIOLETT ist die Farbe der Buß- und Fastenzeit.
  7. VIOLETT ist die Farbe der Magie. In der indischen Symbolik ist sie die Farbe der Seelenwanderung.
  8. VIOLETT war die Lieblingsfarbe des Jugendstils
  9. "Der letzte Versuch" - LILA gilt als altjüngferlich, in früheren Jahren war es die Farbe der unverheirateten Frauen.


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Blau

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Eisblauer Himmel Wattenmeer Wasser und junges Blatt Sommerwolkenformation Citroen einmalig Seidenmalerei in Blau Himmel Das Wasser der Ostsee

Blau ist mit Abstand die beliebteste Farbe, 40% der Männer und 36% der Frauen würden sie als Lieblingsfarbe wählen

Stichwortsammlung:
  1. Blau gilt als Farbe der Treue:
    Der engliche Hochzeitsbrauch fordert als Brautausstattung:
    "Something old, something new, something borrowed, something blue."
    (Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes, etwas Blaues (Treue!).
  2. Blau ist die kälteste Farbe des Spektrums. Wenn wir Farben mit Entfernungen verbinden, steht für uns das Blau sinnbildlich für Ferne(s).
  3. Die blaue Blume der Sehnsucht
    von NOVALIS erschien 1802 in seinem Romanfragment "Heinrich von Ofterdingen". Die "blaue Blume" ist Innbegriff der Dichtung der Romantik.
  4. Folgende Redensarten lassen die Nähe zu Phantasie und Lüge erkennen:
    "Das Blaue vom Himmel lügen"
    "Jemandem blauen Dunst vormachen"
    "Sein blaues Wunder erleben"
  5. Warum sagen wir "BLAU MACHEN"?
    Der wichtigste Farbstoff früherer Jahrhunderte war Indigo, denn Indigoblau ist waschecht und lichtecht. Er kann aus verschiedenen Pflanzen gewonnen werden, in Mitteleuropa wurde er aus dem Waid (lat. Isatis tinctoria=Färberpflanze) gewonnen. Die Blaufärberei erforderte eine Schönwetterperiode mit hohen Temperaturen. Nur die Blätter des Waid wurden geerntet, 25 kg davon in einem Bottich, der ca. 600 Liter Flüssigkeit fasst, mit menschlichem Urin aufgefüllt und in der Sonne gären lassen. Durch Gärung entsteht Alkohol, durch Zugabe von Alkohol kann der Vorgang beschleunigt werden. Ihn direkt in die Brühe zu geben, war zu schade, und so wurde der Alkohol oben hineingegeben und unten herausgelassen.....das sollte die Farbe besonders gut machen.
    Die Geschichte des Färbens ist hier noch lange nicht zu Ende, aber zurück zur Ausgangsfrage:
    Wenn Färber am hellen Tag betrunken in der Sonne lagen, dann wusste jeder: Die MACHTEN BLAU.


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Gruen

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Buchenwald Bemooster alter Turm Ährenfeld Herbststimmung junges Laub Park im Winter Ahornblatt Rotes Schloss

Grün ist die Farbe der Natur, des Frühlings, der beginnenden Liebe, der Hoffnung, des Lebens überhaupt.
Das Grüne ist auch das Frische (grünes Holz), das Herbe (Erfrischungsgetränke), Saure (Limette), das Rohe (grüne Klöße), das Neue, Unverbrauchte ((grüne Hochzeit).

Stichwortsammlung:
  1. Gesundes wird mit der Farbe Grün gleichgesetzt: Grünzeug ist Gemüse.
  2. Die grüne Farbe der Hoffnung erklärt sich aus der Erfahrung, dass das neue Wachstum, der Frühling, mit Grün einhergeht.
  3. Grün ist Natur pur. Das wird deutlich in Begriffen wie grüne Lunge, des Hobby-Gärtners grüner Daumen, das Freizeitziel ins Grüne fahren, die Stadtbegrünung, die Grünanlage.
  4. Die Partei der Grünen entstanden erst in einer hochtechnisierten Umwelt, in der die Zerstörung der Natur und deren Schutz zum Thema wurden.
  5. Grün ist neben Weiss, Rot und Violett eine liturgische Farbe. Die grüne Farbe ist den Sonntagen vorbehalten, an denen keine Gedenkgottesdienste gehalten werden.
    Grün ist die Farbe des Heiligen Geistes, mit Rot für Gottvater und Blau für Gottes Sohn, in der Dreieinigkeit enthalten.
    Der grüne Hut der Bischöfe erinnert an die Wanderschaft der Apostel, die mit dem Grün das Christentum verbreiten sollten.
  6. Grün ist die heilige Farbe des Islam.
  7. Der Grünrock ist der Jäger in unseren Wäldern, aber auch der Jäger der Seelen, der Teufel also.
  8. Im Giftgrün erfährt die Farbe ihre negativste Bedeutung, diese stammt aus dem Malerhandwerk früherer Epochen:
    Die Farbe Grün wurde aus Kupfer-Grünspan hergestellt, der in Arsen (hochgiftig !) gelöst war, fast alle Lacke, Öl-, Wasser- und Textilfarben enthielten diese Bestandteile.
    Napoleon ist nicht von Menschenhand vergiftet worden, sondern schleichend durch die Arsendämpfe, die seine Lieblingsfarbe aus allen Einrichtungsgegenständen im feuchten Klima St. Helenas verströmten.

  9. Grün als Farbe der Freiheit:
    Grüne (Verkehrs-) Schilder symbolisieren freien Durchgang/ freie Fahrt, alle Rettungszeichen sind grün mit weissen Symbolen, die grüne Welle verheisst freie Fahrt oder eine Erfolgswelle. Grünes Licht lässt nicht nur Verkehrswege passieren, sondern auch ein Vorhaben starten.


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Braun

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Erd- und Sandschichten Befestigungspoller Pferde Herbstlaub dunkler Wald Landzunge ins Meer trockenes Buchenblatt vom Deich hinab zum Strand

Braun ist allgemein die unbeliebteste Farbe.
Nur im Wohnbereich wird sie als sehr angenehm empfunden, da sie Geborgenheit vermittelt durch die Nähe zur Natur: Holz, Leder, Wolle, Kork.

Stichwortsammlung:
  1. Braun ist die Farbe der Armen: Bauern, Knechte, Diener und Bettler trugen ungefärbte Kleidung, gefärbte Kleidung war teuer. Aus Kostengründen war Braun jahrhundertelang die Trauerfarbe der Armen.
  2. Mönche, die das Gelübde "höchster Armut" ablegten, trugen braune Kutten. Die Franziskaner sind braune Mönche.
  3. Braun wird mit Schmutz und Dreck assoziiert, auch mit Schlecktem, Bösem und Schuld.
  4. Allerdings sind auch eine Reihe der leckersten Lebensmittel Braun, dann assoziieren wir Braunes mit knusprig, gebacken, schokoladig.
  5. Braun ist die Farbe des Nationalsozialismus.


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Schwarz

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Zeichnung: Dialog Blatt im Gegenlicht Röntgenbild Kater Bobby Silvester Bogengang Zeichnung und Foto: Schutz Zeichnung: Selbstporträt

Schwarz ist physikalisch die Farbe eines nichtleuchtenden Körpers, der alles Licht schluckt.
Theoretisch ist Schwarz eine unbunte Farbe.
Schwarz kann die positive Symbolik jeder anderen Farbe ins Gegenteil verkehren.

Stichwortsammlung:
  1. Sich schwarz ärgern bedeutet, sich zu Tode zu ärgern.
  2. Alles was stirbt, wird schwarz: Pflanzen, verfaultes Fleisch, tote Zähne.
    Der Tod trägt die Farbe Schwarz: Als Henker, als Sensenmann.
  3. In Sack und Asche gehen: Die Israeliten streuten sich in Trauerzeiten Asche auf den Kopf und trugen sackähnliche Gewänder, die "SAK".
  4. Schwarz ist in der christlichen Farbsymbolik die Farbe für die Trauer um den irdischen Tod, Grau die des Jüngsten Gerichts und Weiss die der Auferstehung der Toten. (Daher das weisse Leichenhemd - die Toten sollen auferstehen).
  5. Ein schwarzer Tag ist ein Unglückstag, der schwarze Peter ein Verlierer, ein Betrogener.
  6. Schwarze Tiere gelten traditionell als Unglücksbringer: schwarze Katzen, schwarze Kühe, der Rabe als Unglücksrabe.
  7. Die Pechsträhne zieht das Unglück wie der Holzkohlenteer in die Länge. Glatteis heisst im englichen Sprachraum "schwarzes Eis": black ice.
  8. Schwarzer Tod wurde die Pest genannt, als Strafgericht Gottes. Die Farbe Schwarz als Symbol für die Todsünde.
  9. Schwarz steht auch für Individualität, für Abgrenzung.
    Als Zeichen der Vornehmheit kennen wir das kleine Schwarze für allle formellen Anlässe.
  10. Afrika, der schwarze Kontinent, trägt seinen Namen nach seiner fruchtbaren schwarzen Erde.
  11. Schwarz als Illegalität: Schwarzarbeit, Schwarzgeld, Schwarzmarkt, Schwarzfahrer weisen auf Ungesetzliches hin.
  12. Schwarz gilt auch als Farbe des Faschismus.


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Grau

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Nebelbaum HDW Solarisation Nebelmorgen Schriftenrelief Zeichnung Zeichnung: Hand mit links Rad

Grau ist eine abgelehnte Farbe der Mittelmäßigkeit und Konformität, sie symbolisiert Trauer, Sorgen, Mangel, Trübsal, Illegalität, Minderwertigkeit, Unfreundlichkeit.

Stichwortsammlung:
  1. Grau ist DIE Farbe des Alters, des Ältlichen, Altmodischen.
    Die Grauen Panther sind die weltweite Interessengemeinschaft alter Menschen.
  2. Grau macht den Eindruck des Minderwertigen in unserer Alltagswelt:
    Umweltpapier, ungefärbte Produkte sind preiswerter als gefärbte oder gebleichte.
  3. Staub, Asche, Schmutz, Schimmel, Verdorbenes und die Vergänglichkeit sind grau.
  4. Grau ist wie Braun die Farbe der Armen, der Armut.
  5. Grau ist auch die Farbe der Demut, der Heilige Rock Christus ist grau.
  6. Bescheidenheit und Demut werden in der Sagengestalt der Griseldis / Griselda ganz deutlich: Als Gemahlin eines tyrannischen verachtenden Grafen gehorcht und schweigt sie.
  7. Grisetten (franz.) sind schlichte graue Kleider, die im 19. Jh. arbeitende Frauen aus den ärmsten Familien trugen.
  8. Die graue Maus ist der Gipfel der Unscheinbarkeit.
  9. Grau ist die Farbe der fehlenden Gefühle, des Undefinierbaren, des Grauens.
    Grau ist GRAU-SAM.
  10. Die graue Eminenz ("Eminence grise" - franz.) ist die Person im verschwommenen (grauen) Hintergrund, die die Fäden in den Händen hält, der eigentliche Drahtzieher. Zur Geschichte:
    Baron Francois le Clerc du Tremblay (1577-1638) ging gegen den Willen seiner Familie mit 22 Jahren ins Kloster. Als Kapuzinermönch Père Joseph wurde er Beichtvater und engster Berater Richelieus und galt dadurch als heimlicher Herrscher Frankreichs.


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Weiss

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Kirschblüte Schwan Fensterrahmen Spinnennetz Calla Tisch verschneite Landschaft Putte

Im physikalischen Sinn ist Weiss keine Farbe, sondern die Summe aller Farben: Durch ein Prisma geschickt, wird farbloses Licht in seine Spektralfarben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett zerlegt.
Weiss ist die Farbe der Vollkommenheit, die Verbindung zum Göttlichen.

Stichwortsammlung:
  1. Weiss als Farbe des Anfangs, des Beginns, ist in mehreren Religionen
    Farbe der Auferstehung:
    Christus trägt als Auferstandener ein weisses Gewand,
    im Buddhismus ist die weisse Lotosblüte das Symbol der Auferstehung.
  2. Das Weltenei der Schöpfungsmythen ist weiss.
  3. Die Nähe zum Göttlichen zeigt sich in reichhaltiger Symbolik:
    Christus wird als weisses Lamm dargestellt, der Heilige Geist als weisse Taube.
    Priester tragen im katholishen Gottesdienst ein weisses Untergewand, die Alba.
    Weiss ist die liturgische Farbe der höchsten Festtage.
    Weiteres:
    In Indien sind weisse Rinder als Verbindung zum Göttlichen heilig,
    Zeus erschien Europa als weisser Stier.
  4. Alles Positive assoziieren wir mit der Farbe Weiss, auch das Glück. Ein "Kind der weissen Henne" ist ein "Glückspilz" (aus dem römischen).
  5. Der Kampf des Guten gegen das Böse wird auch dargestellt in Schwarz-Weiss.
  6. Alles was mit Sauberkeit und Hygiene zu tun hat, ist weiss gewandet (Vorschrift !) oder gestrichen:
    Arbeitsbekleidung im Lebensmittelbedarf und in der Krankenpflege, im Krankenhaus.
  7. Weiss ist die Farbe der Unschuld. Um für menschliche Schuld zu büßen, wurden junge weisse Tiere geopfert, das Lamm (Unschuldslamm) als Symboltier für Christus.
    Weisse Blumen symbolisieren im christlichen Glauben die unbefleckte Empfängnis Marias.
  8. Das Brautkleid ist erst ca. 150 Jahre lang weiss, vorher je nach Weltmode Rot oder auch Schwarz. Eine "Brautmode" lässt sich beim Gang durch die Jahrhunderte nicht erkennen.
  9. Weiss als Farbe der Wahrheit wird in der weissen Lüge, der Höflichkeitslüge deutlich.
  10. Weiss ist auch die Farbe der (Eises-) Kälte, der weisse Tod der Tod durch Erfrieren.
    Im übertragenen Sinne die Farbe der Gefühlskälte.
  11. Als Trauerfarbe ist Weiss im asiatischen Raum beheimatet und mit der Idee der Reinkarnation verbunden. Weiss ist bei jenen Völkern Trauerfarbe, bei denen Schwarz die Symbolfarbe der Fruchtbarkeit ist.


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Quellenverzeichnis:

  • Eva Heller: Wie Farben wirken - 1989 by Rowolt Verlag GmbH, Ausgabe von 1998 - ISBN 3 498 02885 5


  • Johannes Pawlik: Theorie der Farbe - 1969 by M. DuMont - Ausgabe von 1971 - ISBN 3 7701 0510 9


  • Norbert Welsch Claus Chr. Liebmann: Farben - Elsevier GmbH Spektrum Verlag - 2. Auflage 2004




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    Wenn das Leben keine Vision hat,
    nach der man strebt,
    nach der man sich verzehrt,
    die man verwirklichen möchte,
    dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen.


    Erich Fromm




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