Juni 2003 Es war einmal eine Frau, die vor langer Zeit einen Ort gefunden hatte, an dem sie sich ausruhen konnte von den Mühen des Leben und beginnen konnte zu erfahren, was Leben bedeuten kann auf der anderen Seite des Alltags. Hier durfte Stille sein Viele Jahre gingen ins Land, in denen sie regelmäßig an diesen Ort kam. Und es begab sich, dass diese Frau auf einer ihrer zahlreichen Wanderungen drei Vogelkinder direkt zu ihren Füßen liegen sah. Sie waren erst wenige Tage alt, kauerten zitternd auf der kalten Erde, ohne sich von der Stelle zu bewegen. Das eine der drei hatte Krämpfe, war verletzt. Der Anblick rührte diese Frau ganz tief an, und sie begriff, dass es ihre Aufgabe war, diese drei Vogelkinder zu retten, obwohl sie nicht wusste, was zu tun das richtige war. Sie beobachtete die drei sehr lange, ob vielleicht die Mutter käme, sie zu füttern oder heim zu holen. Aber nichts geschah. Da wusste die Frau, dass sie ganz im Inneren des heilenden Ortes Antworten auf ihre Fragen bekommen würde. Und sie lernte einen Menschen kennen, dem diese kleinen Leben ebenso wichtig waren wie ihr selbst. Dieser Mensch liebte alle Tiere und konnte mit viel Geduld und Wissen verletzte Vögel gesund pflegen und versprach, auch diese drei Vogelkinder zu holen um sie zu retten. So ging die Frau an die Stelle zurück, um diese drei Kleinen aufzusammeln. Aber sie fand nur noch zwei. Verzweifelt suchte die Frau alles ab - den Weg, die Straße, die Gosse, neben und unter den Autos - nichts. Schweren Herzens nahm sie die beiden Vogelkinder sanft in ihre Hände, um sie zu wärmen und empfand sofort eine unendliche Liebe zu den Tieren, die sich so voller Vertrauen einkuschelten. Für einen Moment hatte sie das Gefühl, das ganze Leben verstehen zu können und es zu lieben. Die zwei waren zwar in Sicherheit gebracht, aber das dritte Vogelkind ging ihr den ganzen Tag nicht aus dem Kopf und als der Abend nahte, machte sie sich noch einmal zu der Stelle auf, wo sie die Drei am Morgen entdeckt hatte. Und sie fand das dritte Vogelkind tatsächlich, es hatte sich im Unterholz der Büsche zwischen vermodertem Laub und den Dingen, die Menschen achtlos fortwerfen, ganz tief verkrochen. Die Frau genoss noch einmal den kurzen Moment des Vertrauens in das Leben, das dieses Tierkind ihr entgegen brachte, bevor sie es zu seinen Geschwistern und damit in Sicherheit gab. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. |
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