< < < zurück



Entfremdung







Die Autos waren bereits die ganze Zeit da.
So wie Lisa.
Dazu Conny:
Lisa war es selbst, die mir folgendes anvertraute:




Der Lärm ist grauenhaft, wird unerträglich, hallt in meinem Kopf von einem Ohr zum anderen,
vervielfältigt sich tausendfach,
der Lärm ist IN mir,
die Autos sind IN meinem Kopf,
sie fahren mit ihren widerlichen Reifen über Nervenstränge,
zermatschen Gefühle,
Bedürfnisse und Begreifen.

Als das Crescendo lautlos und unsichtbar für andere aufplatzt, ist Verstehen weg.
ICH bin nicht mehr da.

Ich verstehe nicht.
Wissen ist weg.
Ich möchte die grausigen Schmerzen des unsichtbaren Sterbens heraus schreien - kann nicht mal das.
Bin aus mir heraus geschlüpft, lautlos, unbemerkt, ins Gulli geflossen.
Weg.
Nur die menschliche Hülle steht noch.
Und wartet.
Auf die Rückkehr.
Aber das, was sich jetzt automatisch fortbewegt, hat das Wissen, daß es fort muß - fort von dem zerstörenden Lärm.
In den Schutz der Stille hinein.
Stehen bleiben, Sich - fallen - lassen wäre jetzt sehr gefährlich - welcher Teil weiß das hier in dieser Situation?

Wie lange wird es heute dauern?
Oder wird es ab heute für immer so sein?
Nachtschwarze Angst.

Ein Kampf gegen das Ungewisse, gegen die Zeit im Außen.
Der Schutz der inneren Räume wird zerstört durch Schwertattacken spitzer Geräusche:
Menschen spucken Buchstaben in die Luft. Es heißt, sie sprechen.


Gegen die zersplitternde Kraft der magmaheiß geschleuderten Worte hat das unzusammenhängend Flüchtige keine Kraft, sich zu finden.

Die inneren Räume sind zerstört und verseucht,

verschüttet unter rausgekotztem Wortmüll,


der sich unerbittlich


unaufhaltsam



Bahnen




schneidet.











Blick
Seitenanfang
HOME
< < < zurück