Trauerrituale und Begräbnisriten verschiedener Völker und Kulturen
Der Trauer einen Ausdruck geben.
Weil unterdrückte, verleugnete, unverarbeitete Trauer unter der Oberfläche weitergärt und zerstört.
Die Klageweiber der Antike erfüllten die wichtige Aufgabe, Trauer und Tränen gewissermaßen "hervorzulocken" und dadurch zu lösen.
Das geschah in der Gemeinschaft mit Gesängen, Versen, rhythmischen Bewegungen und eben Klagen und Geschrei.
Wenn auch künstlich provoziert, hat diese Trauer"arbeit" befreiende (lösende) Wirkung.

In der babylonischen Kulturgeschichte wurde der Tod nicht als das absolute Ende des Lebens begriffen, vielmehr verkörperte der Tod die Trennung von Körper und Geist, das Auseinanderbrechen des Körpers und das Übertreten der Seele von einer Existenz in eine andere.

Auf Madagaskar gibt es die Tradition der Doppelbestattung,
die Madegassen pflegen darin eine Beziehung zwischen Lebenden und Verstorbenen , die nicht durch den Tod unterbrochen werden kann:
Bei der ersten Bestattung geht es um den frischen Leichnam
(faty lena), der Tote wird beigesetzt.
Nach einiger Zeit findet die Exhumierung (havoria) statt, der Tote wird gesäubert, gebadet und gesalbt.
Bei der zweiten endgültigen Bestattung geht es also um den ausgetrockneten Leichnam (faty maina), erst dadurch wird der Tote zu einem Ahnen.
Dieses Begräbnis wird mit großem Aufwand gefeiert und dient der Festigung der sozialen Bande in Familie und Gemeinschaft (fihavanana).

Friedwald
Friedwald ist eine neue Bestattungsform und stammt ursprünglich aus der Schweiz.
Ein Friedwald ist ein Teil natürlicher Wälder, landschaftlich reizvoll gelegen. Darunter sind alte Eichenwälder, lichte Mischwälder oder Junganpflanzungen.
(- FriedWald Hümmel - - FriedWald Odenwald - - FriedWald Reinhardswald -)
Die Asche des Verstorbenen wird im Wald direkt zu den Wurzeln eines Baumes gegeben.
Der Baum ist Grab und Grabmal, er nimmt die Asche mit seinen Wurzeln auf, als Sinnbild des Lebens über den Tod hinaus.

www.friedwald.de

Zeit für die Trauer ?
Ih Ghana dauert eine Bestattungszeremonie drei Tage und Nächte,
bei den Russlanddeutschen vier Stunden
und in Deutschland im Schnitt 20 Minuten.

In Mexiko ist der Allerseelentag ein frohes Fest mit vielen vorchristlichen Elementen.
Die Lebenden treten in engen Kontakt mit den Seelen der Verstorbenen.
Was auch immer wir für Vorstellungen und Erwartungen mit dem Tod verbinden - nur eines ist gewiss:
Er ist unausweichlich.
Der Gärtner trifft im Garten seines Herrn, des Königs von Persien, den Tod.
Erschrocken läuft er fort, rennt zum König un sagt ihm:
"Ich habe in deinem Garten den Tod getroffen, bitte gib mir sofort Urlaub. Ich möchte so weit fort wie möglich. Was ist weit?"
Der König: "Istfahan".
"Gut", sagt der Gärtner, "gewähre mir einen Urlaub nach Istfahan".
Neugierig geworden, geht der König in seinen Garten und fragt den Tod:
"Was hast du mit meinem Gärtner angestellt? Er wollte so weit fort wie möglich. Er ist nach Istfahan gegangen".
Darauf der Tod:
"Ach, deshalb muss ich morgen nach Istfahan".
- - - persisch - - -
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Quellenverzeichnis und Buchempfehlungen:
- Claudia Cardinal:
Trauerheilung
247 Seiten
ISBN 3-491-77037-8
- - 12 Trauerschicksale: Einfühlsam, trostgebend und heilend - -
- Monika Specht-Tomann, Doris Tropper:
Wege aus der Trauer
60 Seiten
ISBN 3-7831-1905-7
- - Trauerphasen und Trauerreaktionen, Trauerbegleitung - -
- Rita Peter:
Wege aus der Nacht
185 Seiten + Album für persönliche Erinnerungen
ISBN 3-629-00461-X
- - Einfühlsamer Ratgeber mit praktischem Teil und einem Album. - -
- Helga Strätling-Tölle
Übergänge - Geschichten vom Leben und Sterben
142 Seiten
ISBN 3-7867-8346-2
- - 29 Geschichten und Texte dieses Buches
erzählen von der Einzigartigkeit des Sterbens eines jeden Menschen vor dem Hintergrund seiner individuellen Lebensgeschichte. - -
- Lis Bickel, Daniela Tausch:
Ich möchte dich begleiten
186 Seiten
ISBN 3-451-05361-6
- - Begleitende trostvolle Worte u.a. von Hermann Hesse, Kübler-Ross, A. Schweizer,
A. de Saint-Exupéry, Laotse, K. Gibran, A. Stifter, Hölderlin, M. Ende, A. Rilde, R. Tagore, v. Kaschnitz, R. Huch. - -
- Mirjam Heil:
Caspar - Das Leben und Sterben eines Kindes
133 Seiten
SBN 3-7725-1967-9
- - Mirjam Heils Sohn Caspar starb im Alter von 7 Jahren und 7 Monaten. Mit ungeheurer
Intensität berichtet die Autorin über das Leben und Sterben ihres Kindes- -
- Barbara Dobrick:
Wenn die alten Eltern sterben
195 Seiten
ISBN 3-7831-0986-8
Der Verlust der Eltern bedeutet auch das endgültige Ende der Kindheit. - -
- Marie de Hennezel, Jean-Yves Leloup: Die Kunst des Sterbens - Der Tod und wie wir mit ihm umgehen können
235 Seiten
ISBN 3-8105-0876-4
- - Eine Psychologin und ein orthodoxer Priester, Theologe, Philosoph und Psychologe, beide Pioniere
der modernen spirituellen Sterbebegleitung, sprechen über die Begegnung und Begleitung Sterbender. - -
- Marie-Louise von Franz:
Traum und Tod - Was uns die Träume Sterbender sagen
251 Seiten
ISBN 3-933939-59-3
- - M.-L. von Franz als Schülerin von C.G. Jung beschreibt
den Tod als Wandlungsprozess, der in den Träumen Sterbender bereits Hoffnung enthalten. - -
- Francisco J. Varela:
Traum, Schlaf und Tod - Der Dalai Lama im Gespräch mit westlichen Wissenschaftlern
303 Seiten
ISBN 3-492-23014-8
- - Interdisziplinärer Dialog zwischen
östlicher Weisheit und westlicher Wissenschaft über Grenzbereiche des Bewusstseins. - -
- Sogyal Rinpoche:
Das Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben - Ein Schlüssel zum tieferen Verständnis von Leben und Tod
499 Seiten
ISBN 3-502-62580-8
- - Aufbauend auf einer Auslegung des TIBETISCHEN TOTENBUCHES "führt S. Rinpoche an eine
Lebenspraxis geran, durch die der Tod seinen Schrecken verliert und der alltag an Authentizität und Lebensfreude gewinnt" (New Dimensions).
- Jiddu Krishnamurti:
Über Leben und Sterben
- - Reflexionen über die Letzten Dinge. - -
- Lama Karta: Leben Sterben Wiedergeburt - ein hilfreicher Begleiter durch den Kreislauf der Existenz
212 Seiten
ISBN 3-7787-7161-2
- - Der Weg des Buddha - die sechs Bardos - Meditation und Achtsamkeit - der Sterbeprozess - buddhistische Betrachtungen - -
- Gabriel Looser:
Sie gingen ins Licht - Geschichten von Sterben, Tod und Weiterleben
189 Seiten
ISBN 3-466-36633-X
- - Ein Hoffnungsbuch und sensibler Begleiter, spirituell, trostvoll. - -
li>Flensburger Hefte: Umgang mit dem Sterben
197 Seiten
ISBN 3-926841-81-8
- - Beiträge aus antroposophischer Sicht über Altern, Hospizbewegung, Sinn des Todes, Trauer,
Brücken zu Verstorbenen - -
- Nigel Barley:
Tanz ums Grab
304 Seiten
ISBN 3-423-12795-3
- - Nigel Barley untersucht weltweit Todesriten, als Ethnologe macht er daraus eine unterhaltsame Leserreise, auch mit (angemessener) Ironie. - -
- Constantin von Barloewen:
Der Tod in den Weltkulturen und Weltreligionen
653 Seiten
ISBN 3-458-34312-1
- - Der Tod in den Kulturen und Weltreligionen, in Mythologie, Philosophie. Umfassend, tiefgreifend
und detailreich sind die Beiträge bedeutender Gelehrter der verschiedenen Weltkulturen und Religionen. - -
- Norbert Fischr:
Wie wir unter die Erde kommen - Sterben und Tod zwischen Trauer und Technik
205 Seiten
ISBN 3-596-13480-3
- - Die technisierte Seite des Sterbens: Intensivstation, Krematorium, Beisetzung. - -
- Verbraucher-Zentrale: Was tun, wenn jemand stirbt?
116 Seiten
ISBN 3-936350-17-5
- - Ein praktischer Ratgeber in Bestattungsfragen. - -
- Sonderheft der Zeitschrift Friedhof und Denkmal von Sylvia Siebert und Reiner Sörries: "An der Grenze unserer Zeit" -Totenfürsorge und Grabstättengestaltung heute
Hg: Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal
- -Zu beziehen bei dem Museum für
Sepulkralkultur in Kassel, Adresse siehe unten - -
Adressen:
- Telefonseelsorge bundesweit Tag und Nacht erreichbar:
evangelisch: 0800/1110111
katholisch: 0800/1110222
Kinder- und Jugendtelefon: 0800/110333
- Notfallseelsorge:0228/8229
- Humanistischer Verband Deutschland (HVD)
Bundesbeauftragte für Patientenverfügung und Sterbebegleitung
Frau Gita Neumann
Wallstr. 61-65
10179 Berlin
Tel.: 030/61390411
Fax: 030/61390450
E-Mail: mail@patientenverfuegung.de
www.patientenverfuegung.de
- Internationale Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand e.V. (IGSL)
Postfach 1408
55384 Bingen
Tel.: 06721.10318 oder 06721.921161
Fax: 06721.10381
E-Mail: geschaeftsstelle@igsl-hospiz.de
www.igsl-hospiz.de
- Trauergruppen in Hamburg:
Claudia Cardinal
-Heilpraktikerin und Sterbeamme-
Brookkehre 11
21029 Hamburg
Tel.:7242420
E-Mail: finderscardinal@web.de>
www.sterbeamme.de
- Spirituelle Sterbebegleitung Institut Dr. Gabriel Looser
Junkerngasse 17
CH-3011 Bern
Tel.: 0041-31-318 1901
E-Mail: mail@institutlooser.ch
www.institutlooser.ch
- Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.
Stiftung Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstraße 25-27
34117 Kassel
Tel.: 05 61 / 9 18 93 - 0
Fax: 05 61 / 9 18 93 - 10
E-mail: afd.kassel@t-online.de
www.sepulkralmuseum.de
- Aeternitas e.V.
Im Wiesengrund 57
53639 KönigswinterTel.: 02244/92537
Fax: 02244/92538
E-Mail: aeternitas@t-online.de
.www.dgpalliativmedizin.de
- Arbeitskreis Organspende
Postfach 1562
63235 Neu-Isenburg
Pressestelle: Christiane Schönfeldt
Tel.: 06102/359254
Fax: 06102359410
E-Mail presse@akos.de
www.akos.de
- - Informationen zum Thema Transplantation Organspende Hirntod - -
- Deutsche See-Bestattungs-Genossenschaft e.G.
Feldstraße 47
24105 Kiel
Tel.: 0431/202767
Fax: 0431/27417
E-Mail: paulsen@dsbg.de
www.dsbg.de/index.html
- - Informationen zum Thema Seebestattungen - -
-
FriedWald GmbH
Im Leuschnerpark 3
64347 Griesheim
Tel.: 06155/848-100 oder Tel.: 0700-FRIEDWALD
E-Mail im Internet per Kontaktformular:
www.friedwald.de
- - Informationen zum Thema FRIEDWALD - -
DER BAUM
Der Laubbaum mit seinem sich jährlich erneuernden Blattkleid ist vor allem ein Symbol der den Tod stets aufs neue besiegenden Wiedergeburt des Lebens, der immergrüne Nadelbaum ein Sinnbild der Unsterblichkeit.
A B S C H I E D N E H M E N
VON GELIEBTEN MENSCHEN
VON TRÄUMEN UND HOFFNUNGEN
VON ILLUSIONEN UND SELBSTTÄUSCHUNG
VON ALTEN BINDUNGEN
VON WUT UND TRAUER ÜBER UNGELEBTES LEBEN
UND AUCH
VON SELBSTÜBERFORDERUNG
Vom Tod
aus: "Der Prophet" von Khalil Gibran:
Dann sprach Almitra: Wir möchten nun nach dem Tod fragen. Und er sagte:
Ihr möchtet das Geheimnis des Todes kennenlernen. Aber wie werdet ihr es finden, wenn ihr es nicht im Herzen des Lebens sucht?
Die Eule, deren Nachtaugen am Tag blind sind, kann das Mysterium des Lichts nicht entschleiern.
Wenn ihr wirklich den Geist des Todes schauen wollt, öffnet eure Herzen weit dem Körper des Lebens.
Denn Leben und Tod sind eins, so wie der Fluss und das Meer eins sind.
In der Tiefe eurer Hoffnungen und Wünsche liegt euer stilles Wissen um das Jenseits;
Und wie Samen, der unter dem Schnee träumt, träumt euer Herz vom Frühling.
Traut den Träumen, denn in ihnen ist das Tor zur Ewigkeit verborgen.
Eure Angst vor dem Tod ist nichts als das Zittern des Hirten, wenn er vor dem König steht, der ihm zur Ehre die Hand auflegen wird.
Freut sich der Hirte unter seinem Zittern nicht, dass er das Zeichen des Königs tragen wird?
Doch gewahrt er sein Zittern nicht viel mehr?
Denn was heißt sterben anderes, als nackt im Wind zu stehen und in der Sonne zu schmelzen?
Und was heißt nicht mehr zu atmen anderes, als den Atem von seinen rastlosen Gezeiten zu befreien, damit er emporsteigt und sich entfaltet und ungehindert Gott suchen kann?
Nur wenn ihr vom Fluss der Stille trinkt, werdet ihr wirklich singen.
Und wenn ihr den Gipfel des Berges erreicht habt, dann werdet ihr anfangen zu steigen.
Und wenn die Erde eure Glieder fordert, dann werdet ihr wahrhaft tanzen.