Sabine Elender
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Schöpfungsmythen

Die Erschaffung der Welt -
Überlieferungen der Völker:



Haida-Indianer Nordeuropa Griechenland Ägypten Afrika China Japan Genesis




Wie das Licht entstand

Der Schöpfungsmythos der Haida-Indianer an der Westküste Kanadas.

Die Haida-Indianer an der Westküste Kanadas haben sich einst erzählt, wie das Licht entstanden ist. Das geschah nämlich so:
Als es auf der Erde noch finster war und niemand sie bewohnte, gab es einen alten Mann und seine Enkeltochter, die lebten am Ufer eines Flusses in einer kleinen Hütte. Einmal kam der Rabe, der schon immer hier gelebt hatte, an der Hütte vorbei und hörte den alten Mann sagen:
"Hier habe ich eine Schachtel und in dieser befindet sich noch eine Schachtel und darin noch eine kleinere und noch viele weitere immer kleinere und in der allerkleinsten Schachtel, da bewahre ich alles Licht der Welt auf und werde es niemandem zeigen, nicht einmal meiner Enkeltochter, denn wer weiß, was daraus für Unheil entstehen könnte."
Das ärgerte den Raben, denn schon lange hatte er daran gedacht, wie es ihm gelingen könnte, Licht in diese finstere Welt hereinzubringen. Von nun an sann er darauf, in die Hütte des alten Mannes zu gelangen und sich der Schachtel zu bemächtigen.

Aber jedes Mal, wenn er versuchte, in die Hütte einzudringen, während der alte Mann und seine Tochter am Ufer des Flusses weilten, um Wasser zu holen, fand er die Wand der Hütte verschlossen. Da, wo der alte Mann herausgekommen war, gab es plötzlich keine Tür mehr. Und so oft er es auch versuchte, er fand keinen Eingang.

Da ersann er eine List. Als der Alte und seine Enkeltochter wieder einmal am Fluss waren, da verwandelte er sich in eine Tannennadel und ließ sich im Wasser treiben, so dass ihn das Mädchen mit ihrem Schöpfbehälter auffischte und weil sie durstig war, mit einem Mal hinunterschluckte.

Und weil der Rabe auch in dieser winzigen Form noch magische Kräfte gesaß, verwandelte er sich im Inneren des Mädchens in ein kleines menschliches Wesen. Er wuchs und wuchs und das Mädchen wusste nicht, was ihm geschah, doch in der Dunkelheit bemerkte ihr Großvater nichts von alledem.
Nur eines Tages war er erstaunt, dass da ein merkwürdiges Wesen in Gestalt eines kleinen Jungen in seiner Hütte wohnte, aber weil es so dunkel war, bemerkte er nicht, dass der Junge aussah wie ein Rabe.

Seine laute und drächzende Stimme war so eindringlich und dann wiederum so leise schmeichelnd, dass ihr niemand widerstehen konnte.

Nun begann der Rabe nach der Schachtel zu suchen und als er sie entdeckt hatte, mit seiner Stimme so lange zu betteln, dass ihm der alte Mann die erste Schachtel schließlich herausgab. Doch der Rabenjunge bettelte weiter, und weil der Großvater ihn mochte, gab er scgkueßch nach und gab ihm auch die nächste. und so ging es weiter, bis er schließlich die letzte Schachtel erbettelt hatte und darum bat, doch nur einen Moment lang das Licht halten zu dürfen, das sich darin befand.

Der Großvater konnte dem Betteln nicht widerstehen und überreichte ihm das kostbare Gut. Doch im Nu, sobald der Rabenjunge das Licht in Händen hatte, verwandelte er sich in seine Rabengestalt zurück und flog mit seiner Beute davon.

Mit einem Mal war die Welt vollkommen verwandelt: Berge und Bäume wurden sichtbar, alles erhielt Konturen, das Wasser begann zu spiegeln, überall blinkte und glitzerte es. Der Rabe freute sich an der erhellten neuen Welt und dass er nun alles sehen konnte, statt im Dunkeln herunzuirren.

Der Adler versuchte dem Raben das Licht abzujagen, da ließ dieser den letzten Rest fallen, und so entstanden der Mond und die Sterne.

Der alte Mann aber war todunglücklich über seinen Versust, nur als er seine Enkelin betrachtete und sah, wie schön sie war, da tröstete ihn dieser Anblick ein wenig.

Als nun deer Rabe die neu erleuchtete Welt besah, suchte er nun endlich etwas Neues zu entdecken, und als er eines Tages am weiten Strand des Meeres herumspähte, da sah er eine große Muschel, aus deren Innerem leise Geräusche an sein Ohr drangen.

In der Muschel hielten sich kleine, unscheinbare Kreaturen versteckt, aus Angst vor seinem riesigen Schatten. Nun sollte seine Langeweile endlich ein Ende haben, und er lockte mit seiner weichen und schmeichlerischen Stimme so lange, bis die kleinen Wesen aus der Muschel hervorkrabbelten und sich an das Tageslicht wagten.

Zuerst erschraken sie vor der gewaltigen Weite des Meeres und dem unermesslich weiten Himmel und zogen sich schnell wieder ins Innere der Muschel zurü. Dann aber war ihre Neugier doch stärker, und sie verließen die Muschel nun endgültig.

Der Rabe besah sich diese eigenartigen Wesen, die zwei Beine wie er selbst hatten, sich ansonsten in ihrer Gestalt aber deutlich von ihm unterschieden:
Es waren die ersten Menschen, die Haida.

Die Geschichte erzählt weiter, wie aus diesen ersten Menschen, die alle nur eines Geschlechtes waren, durch einen weiteren Trick des Raben schließlich ein zweites Menschengeschlecht, nun aber in zweierlei Form, männlich und weiblich, hervorging, womit er nun endlich zufrieden war, denn die Neugier, die die beiden Geschlechter füreinander entwickelten, war für den Raben die größte Freude.



Der gesamte Mythos ist enthalten in "The Raven steals the Light" von William Reid und Bill Reid.
Mit freudlicher Genehmigung der Übersetzung von Andreas Neider.



Holzplastik von Bill Reid: Der Rabe und die ersten Menschen

Holzplastik von Bill Reid:
Der Rabe und die ersten Menschen,
Museum of Anthropology, Vancouver/Canada







Nordischer Schöpfungsmythos

Vor der Schöpfung gab es eine kalte Welt, Niflheim, ganz Eis und Kälte. Und es gab eine heisse Welt, Muspelheim, ganz Glut und Feuer, deren Grenze von Surtur mit dem flammenden Schwert bewacht wurde. Dazwischen liegt Ginnungagap, das geheimnisvolle Nichts, die gähnende Leere.

Im kalten Niflheim ist der Brunnen Hwergelmir, aus dem zwölf Flüsse entspringen. Auf der Seite Ginnungagaps, die Niflheim zugewendet ist, gefriert das Wasser zu Eis, welches sich immer weiter nach Süden ausdehnt, dem warmen Muspelheim zu, bis Eis und Feuer schließlich aufeinandertreffen.

Daraus entsteht das erste Lebewesen, der Frostriese Ymir, aus dessen Schweiss noch ein Mann und eine Frau entstehen und der mit den Füßen zwei Söhne zeugt, so dass er zum Vater des Geschlechts der Riesen wird. Er ernährt sich von der Milch der Kuh Audumla, die aus schmelzendem Eis heraus zum Vorschein gekommen ist.

Sie selbst ernährt sich, indem sie das salzige Eis leckt und nach einer Weile leckt sie daraus den ersten Mann, Buri, hervor, der mit einer Riesin seinen Sohn Bör zeugt, dessen Söhne wiederum Odin, Wili und We sind, also Wotan, Hönir und Loki, die ersten drei Asen und zugleich die vornehmsten. Diese drei Asen erschlagen nun den Riesen Ymir und bilden aus den Überresten seines Körpers die Welt.

Aus dem Blut des Riesen wird das Weltmeer, das die Erde umschließt, darin ist die Erde befestigt. Die Hirnschale, die den Himmel bildet, wird mit vier Hörnern über die Erde erhoben, darunter sitzen die Zwerge Austri, Westri, Nordri und Sudri. Sie erleuchten den Himmel mit Feuerfunken aus Muspelheim. Aus zwei Bäumen werden die ersten Menschen erschaffen, der Mann Ask und die Frau Embla. Ihre Heimstatt ist Midgard, während die Burg der Asen Asgard heißt.

Von dort beobachtet Odin als oberster Gott die Welt und Menschheit und zeugt das Geschlecht der Asen; deshalb heißt er Allvater, weil sowohl Götter als auch Menschen von ihm abstammen. Die Asen sind die Hauptgötter des Nordischen Pantheons. Sie erschufen die Menschen und greifen aktiv in ihre Geschicke ein. Sie wohnen in Asgard, der Burg der Götter, die Menschen bewohnen Midgard, Utgard ist dem Riesengeschlecht vorbehalten. Den Asen zur Seite stehen die älteren Wanen, die Naturgötter. Beide kämpfen gegen die Kräfte des Bösen, das Geschlecht der Riesen, die auf die Vernichtung der Welt und der Götter, Ragnarök, hinarbeiten.


Yggdrasil - Die Weltenesche
Yggdrasil - Die Weltenesche.






Griechischer Schöpfungsmythos


Vor dem Anbeginn der Zeit war das Chaos, ein gähnender Schlund ohne Anfang und ohne Ende. Finster waren die Nebel, aus denen es bestand, und doch lagen schon in ihnen die Urbestandteile allen Lebens: Erde, Wasser, Feuer und Luft.

Und so geschah es, dass sich die Finsternis (Erebos) und die Nacht (Nyx) aus dem Schlund erhob. Beide vereinigten sich und gebaren den Äther (Aither) und den Tag (Hemera).

Die erste aber unter allen Göttern war die Erdenmutter Gaia.

Gaia oder Ge, lat. Gaea, ist nach der griechischen Götterlehre die lebenserzeugende und lebentragende Erde.

Sie entsprang - nach Hesiodos - am Anfang zusammen mit Eros, Tartaros und Nyx dem Chaos. Gaia ist als Hervorbringerin und Trägerin aller Lebewesen Allmutter und Urgottheit, in der sich vorgriechische und archaische griechische Vorstellungen vereinigten. Gaia zeugte aus sich selbst Uranos (den Himmel), Pontos, das Meer, und Tartaros, die Unterwelt.

Als Gemahlin des Uranos gebar sie die Titanen, die Kyklopen und die Hekatoncheiren. Weil Uranos seine Kinder hasste, verbarg er sie in der Erde (Gaia). Gaia veranlaßte deshalb Kronos, den Uranos mit einer Sichel zu entmannen. Die dabei auf die Erde fallenden Blutstropfen fing Gaia auf und gebar daraus die Erinnyen und Giganten. Danach übernahm Kronos die Weltherrschaft.
Gaia ist von Pontos Mutter von Phorkys, Ketos, Nereus und Thaumas

Weitere Kinder folgten und so entstand aus der Verbindung von Hyperion und Theia die Sonne (Helios), der Mond (Selene) und die Morgenröte (Eos).
Ihr Sohn Japetos verliebte sich in die schöne Okeanidin Klymene und deren mächtige Kinder waren Atlas, Menoitis, Prometheus und Epimetheus.
So bevölkerte ein ganzes Göttergeschlecht in unterschiedlichsten Erscheinungsformen die frühe Welt.

Kampfszene der Götter und Giganten
Kampfszene der Götter und Giganten auf einem Kelchkrater
des Vasenmalers Polygnotos aus der Zeit um 420 v. Chr.






Ägyptischer Schöpfungsmythos

Atum und Nun

Am Anfang war der riesiger Ozean Nun.
Aus dem Chaos dieses unendlichen Wassers wuchs der Urhügel Tatenen empor.
Genau über ihm erblüte eine Lotosblüte, aus der der Sonnengott Re hervorstieg.
In dem Chaos machte sich der Gott Ur-Atum (das All) an die Erschaffung des unendlichen Universums.
Der Sonnengott Re hatte zwei Kinder: Schu, den Windhauch (die Luft), und Tefnut, die Feuchtigkeit (das Wasser).
Schu und Tefnut zeugten Geb, die Erde, und Nut, den Himmel.
Geb und Nut hatten fünf Kinder: Osiris (die Fruchtbarkeit), Isis (das fruchtbare Land), Seth (die Dürre), Harmachhis und Nephtys (die Wüste).
Osiris und Isis zeugten den Königsgott Horus, der den Pharao zu Lebzeiten verkörpert.
Aus den Tränen des Sonnengottes Re entstanden die Menschen. Die Götter regierten zuerst als Pharaonen über die Menschen, sie zogen sich doch später in die Unsichtbarkeit zurück.

Szene des Totengerichts
Ausschnitt aus der "Szene des Totengerichts". Osiris läßt das Herz des Toten gegen eine Feder aufwiegen.






Schöpfungsmythos der Afrikaner

Am Anfang der Welt gab es nur die Götter - Mutter. Sie gebar Niamye und dessen jüngeren Bruder Anangama.
Ebenso entstanden durch Gottes Hand im Himmel die Menschen die Tiere und die Geister. Dort lebten sie nun lange Zeit und vermehrten sich - auch Gott und seine Frau bekamen sehr viele Kinder - , bis es im Himmel zu eng wurde.
Da machte Gott die Erde. Er formte sie kreisrund aus Staub den er mit Wasser mischte.
Als die Erde trocken war, schickte Gott seine Frau Assie hinunter, damit sie fortan dort regieren sollte. Assie brachte die Bäume mit - die andern Pflanzen sind gleich von selbst aus der Erde gewachsen.
Danach machte Anangama, Gottes Bruder, eine lange Kette. Daran ließ er nun die Menschen und alle Tiere auf die Erde hinunter; erst einen Mann, dann eine Frau, und so machte er es bei jedem Menschenvolk, das er im Himmel hatte.

Mbala (Kongo-Kinshasa). Mutter-und-Kind-Figur. <br>Holz, 43 cm. Sammlung C.P. Meulendijk, Rotterdam.
Mbala (Kongo-Kinshasa). Mutter-und-Kind-Figur.
Holz, 43 cm. Sammlung C.P. Meulendijk, Rotterdam.







Schöpfungsmythos der chinesischen Mythologie


Das, was wir heute als Himmel und Erde bezeichnen, war vor undenklichen Zeiten ein durcheinandergewirbeltes "Ding" von der Gestalt eines Eis.
Starke Kräfte verbanden sich und brachten Yin und Yang hervor.

Yang - heiß, feurig, männlich, energiegeladen. Yin - feucht, kühl, weiblich, langsam dahintreibend. Jede dieser Krä fte war ungeheuer stark. Jede für sich würde die Welt mit ihrer Gewalt zerstören, und das Chaos würde wiederkommen. Zusammen aber glichen sie sich aus und hielten die Welt in Harmonie.

Das sind also Yin und Yang, und aus ihnen entstand alles. Die Sonne entstand aus Yang, der Mond aus Yin. Die vier Jahreszeiten und die fünf Elemente - Wasser, Erde, Metalle, Feuer und Holz - gingen aus ihnen hervor. Ebenso alle Lebewesen. Jetzt gab es also die Erde, die wie eine Qualle auf dem Wasser schwamm. Aber die Erde war einfach eine Kugel ohne besondere Merkmale. Die Kräfte von Yin und Yang erschufen ein Wesen, Pan Gu, das einem Menschen glich.

Nach 18.000 Jahren (eine symbolische Zahl für eine unbekannte Anzahl von Jahren) strebte alles, was hell und klar war innerhalb des Eis, empor und wurde zum Himmel. Alles Dunkle und Trübe hingegen senkte sich herab und wurde zur Erde. Pan Gu schwebte zwischen beiden und wuchs und wuchs - so wie auch Himmel und Erde wuchsen. Der Himmel wurde immer höher, die Erde immer fester und Pan Gu immer größer. So vergingen wieder 18.000 Jahre.

Als Pan Gu starb, wurden aus seinem Atem Wind und Wolken, aus seiner Stimme das Dröhnen des Donners, aus seinem linken Auge die Sonne, aus seinem rechten der Mond.
Aus seinen Armen und Beinen zogen sich die Vier Himmelsrichtungen auseinander, aus seinen Knien, den Ellbogen und der Stirn entstandendie Fünf Heiligen Berge Chinas, aus seinem Blut die Ströme und Flüsse.
Aus seinen Sehnen und Adern wurden Falten, Furchen und Höhlungen der Erde, aus seinem Fleisch die Felder und Weiden, aus seinen Haaren und seinem Bart die Gestirne des Himmels.
Seine Körperhaare verwandelten sich zu Bäumen und Gräser, seine Zähne und Knochen zu Metallen und Steinen, aus seinem Mark wurden Perlen und Jade,
und aus seinem Schweiss entstieg die Feuchte des Himmels und die Regenschauer.



PanGu
Der riesige PanGu, das Ei des Chaos haltend





Östlicher Schöpfungsmythos: Japan

Am Anfang gab es keine Trennung von Himmel und Erde, alles war eins, eine chaotische Masse in Form eines Eis.

Der reine und klare Teil erhob sich zum Himmel, der schwere und festere Teil senkte sich herab und wurde zur Erde. Alles triebe jedoch noch auf der Oberfäche des Ur-Ozeans.

Da traten die ersten drei Götter in die Welt. Es waren die Gottheiten des Himmels und der schöpferischen Kräfte. Dann folgte die vierte Gottheit in Gestalt eines Schilfrohrschößlings, die Leben aus dem Ur-Ozean keimen ließ. Die fünfte Gottheit errichtete die himmlische Sphäre. Diese ersten Fünf waren himmlische Götter.

Nach und nach entstanden weitere zwölf Gottheiten, unter ihnen traten als letzte die Geschwister
Izanagi und Izanami
in die Welt. Diese beiden erhielten nun von den himmlischen Göttern die Aufgabe, die Erschaffung des Festlandes zu beenden. Zu diesem Zwecke überreichten sie ihnen eine mit Juwelen geschmückte himmlische Lanze.

Auf einem Regenbogen stehend, tauchten sie diese Lanze in den Ozean und rührten ihn um. Als sie nun die Lanze wieder aus dem Wasser heraushoben, tropfte von der Spitze Salz herab, das zu einer Insel gerann. Izanagi und Izanami stiegen aus dem Himmel auf die Insel herab und errichteten einen wunderschönen Palast und einen himmlischen Pfeiler. Hier nun erkannten sie mit einem Male, dass sie von unterschiedlichem Geschlecht waren. Da umkreisten sie den himmlischen Pfeiler, der Mann von links und die Frau von rechts, um so bei ihrem Zusammentreffen den Eheakt zu vollziehen.

Izanami war so entzückt, über die Schönheit von Izanagi, dass Worte der Freude entschlüpften. Izanagi war jedoch zornig darüber, dass sie zuerst gesprochen hatte. In diesem Zorn zeugten sie zwei Kinder, die mit Gebrechen behaftet waren. Sie kehrten beide in den Himmel zurück, um Rat bei den Göttern zu bitten. Diese sagten, dass das Unglück nur deswegen geschehen ist, weil die Frau zuerst gesprochen habe.

Daraufhin gingen sie wieder auf die Insel und umkreisten erneut den Pfeiler. Diesmal sprach Izanagi zuerst und bewunderte seine schöne Frau, die seine Bewunderung erwiderte. Von nun an zeugten sie viele Nachkommen. Darunter auch Oh-yashima-guni (Japan) und die kleineren Inseln des japanischen Archipels. So entstand das Festland. Als diese Aufgabe abgeschlossen war, zeugten sie zahlreiche Gottheiten.

Izanagi und Izanami
Izanagi und Izanami





Genesis

Das erste Buch Mose

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.
Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis.
und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern.
Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so.
Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag.
Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Orte, daß man das Trockene sehe. Und es geschah so.
Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, daß es gut war.
Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so. Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein jeder nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.
Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.
Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre und seien Lichter an der Feste des Himmels, daß sie scheinen auf die Erde. Und es geschah so.
Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne.
Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, daß sie schienen auf die Erde und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, daß es gut war.
Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag.
Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels.
Und Gott schuf große Walfische und alles Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art, und alle gefiederten V&0uml;gel, einen jeden nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.
Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf Erden.
Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag.
Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so.
Und Gott machte die Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des Erdbodens nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.
Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.
Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib.
Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die V&0uml;gel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.
Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.
Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so.
Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer.
Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.
Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.
So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden. Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte.


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    Dinge, die man als Kind geliebt hat, bleiben im Besitz des Herzens bis ins hohe Alter.
Das schönste im Leben ist, dass unsere Seelen nicht aufhören an jenen Orten zu verweilen,
wo wir einmal glücklich waren.

Khalil Gibran